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Last update: 16.10.2017



Geschichte der Häuser und Menschen von Hammer
Haus Nr. 30
früher
Heute "Am Hammerwerk 23"

Hausname: "Hammerwerk 1463-1700". "Hammermühle 1701-1947". "Et Mühlche".
Hausalter
: Um 30.11.1463
Hauserbauer: Unbekannt. Erstbenutzer Herman Hammerschmidt 1463 mit Urkunde.

Das sehr alte Steinhaus liegt an der südlichen Seite der "Dorfstrasse, Mühlenstrasse, Am Hammerwerk". Vermutlich ist es das erste Haus in Hammer. Jedenfalls das erste bekannte durch eine Urkunde 1463. Es hat eine Reihe von Besitzerwechseln und Umwandlungen hinter sich. Heute ist es ein dauernd bewohntes Privathaus.- Unsicher ist, was noch an Originalfundamenten und Mauern seit 1463 erhalten ist. Aber es spricht viel dafür, denn der Mühlbach und sein Wasserlauf sowie die Anordnung des Mühlrades blieben immer an der selben Stelle. UNd waren Anfang der 1950er noch in Betrieb.

1920


Haus Nr. 30. Ausschnitt aus einer Postkarte von 1920 von Gastwirtschaft Karl Bongard.


Haus Nr. 30 . Detail-Ausschnitt aus einer Postkarte von 1920 von Gastwirtschaft Karl Bongard.





Das Hammerwerk nach Jahren:

1908

  
Hammerwerk / Hammermühle in 1908.
Links: Fotograf unbekannt. Abgedruckt im Kirchenvorstandsprotokoll vom 09.05.1920.
Und viele Male später ohne Quellenangabe. Der Blick ist von der Rur aus. An dieser Rückseite befinden sich nur zwei kleine Fenster. Das Dach ist wohl mit Schiefer bedeckt. Erich Charlier meint, das Foto sei von ihm nach 1951.


1920


Hammer in ca. 1920. Postkarte der Gastwirtschaft Bongard oben rechts eingeklinkt.
Es ist das einzige mir bekannte Foto, wo der Mühlbach, die Mühle und der alte Feldweg zwischen Rur und Mühle noch zu sehen ist.
Oben links sieht man noch die alte Strasse von Hammer nach Eicherscheid. Archiv Walter Gombert.


1953


08.06.2009 Bernd Tesch bekam ein Original-Foto von genau der oberen Aufnahme aus dem Nachlass von Hermann Josef Jansen. Auf der Rückseite steht: Aufnahme 31.05.1953.


Die Geschichte des "Hammerwerkes" aufgeschrieben von Bernd Tesch (Copyright) ab 2001-2008 - 2012 mit vielen Recherchen aus der Literatur und persönlichen Gesprächen

Die bekannte Geschichte von Hammer hängt unmittelbar mit dem "Eisenhammer" zusammen. in "Hermeshammer"Dieser war / ist das prägende Gebäude des heutigen Dorfes "Hammer". Zuerst aber hat man den "Eisenhammer" nach seinem ersten bekannten Betreiber benannt:Herman Hammerschmidt hat in 1463 die urkundliche Erlaubnis bekommen, den "Eisenhammer" zu betreiben. So wurde er im Dialekt auch "Hermeshammer" genannt. Und sehr wahrscheinlich hiess auch die erste Siedlung in Hammer so. Später wurde daraus dann vereinfacht "Hammer".
Der "Mühlenbach" brachte das Wasser von der Rur zum Antrieb des Wasserrades am "Eisenhammers" ab 1463. Er könnte einen anderen Namen gehabt haben, da der "Hermeshammer" ja ein Eisenwerk, aber keine Mühle war. Dieser mögliche andere Name ist B.T. bisher unbekannt. Aber es setzt sich mehr meine Kenntnis durch, dass man auch bei Eisenhammer-Werken den Zufluss einfach "Mühlenbach" nannte.

Heute sprechen die älteren Hammer-Einwohner immer von der "Hammer-Mühle". Dieses, weil dieses Gebäude zuletzt - von 1701 bis ca.1945 - als Getreidemühle benutzt wurde. Auch der zugehörige Bach hiess "Mühlenbach" mit dem kleinen Mühlenteich davor. Dieser wurde ca. 1956 zugeschüttet.

Die hier aus einer ganzen Reihe von schriftlichen Dokumenten und mündlichen Erzählungen zusammengetragenen Daten ergeben einen besseren Zusammenhang, wenn einige Vergleichsdaten aus der Umgebung zusätzlich eingefügt werden.

Denn das kleine Dorf Hammer kann natürlich nicht isoliert gesehen werden, sondern muß im Zusammenhang mit dem umliegenden Land, den Dörfern / Städten / Burgen gesehen werden. So sind z.B. die Daten für Monschau (10 km im SW von Hammer) und Nachbarort Widdau (3 km im SW von Hammer) sicher ein Zeitzeichen auch für die Umgebung wie Hammer.

Eigentümer waren ab 1433 schon die Herzöge von Jülich, die Rodungen) durchgeführt haben, um Dörfer zu bauen. Im Nachbarort Rohren versteckt sich das Wort "Rodungen". Natürlich mußten diese Menschen auch arbeiten und Abgaben an die Herzöge zahlen. Solch große "Werke" wie das "Hammerwerk" mit Zulaufgraben "Mühlengraben", Wasserrad und den Maschinen wie Übersetzungsgestriebe und grosse Eisenhämmer konnten normalerweise alleine wegen des dazu notwendigen vielen Geldes nur die Herzöge selber bauen lassen.

Allerdings ist die Eigentumsfrage des Hammer-Werkes zu Beginn nicht eindeutig geklärt.
1803 erwerben Quirin Breuer und Sohn Gerard Breuer die Belgenbacher und Hammer Mühle in Aachen durch Versteigerung durch die Franzosen. Seitdem ist die Mühle in Privatbesitz.

1198
(1096) Erstmalig wird "Monschau" erwähnt im Zusammenhang mit der Burg dort, die den Herren "Montjoie" gehört.
1198 gehört Montjoie zu Limburg
1300 Trennung des Kirchenbezirks Simmerath von der Mutterpfarrei in Konzen.

Falls in dieser Zeit in Hammer schon Menschen in Häusern gelebt haben sollten, wären diese vor 1300 nach Konzen und nach 1300 sicher in Simmerath zur Kirche gegangen.

1433 - 1609 gehört Montjoie zum Herzogtum Jülich.
1463.11.30 wird der Eisenhammer "Hermeshammer" erstmalig erwähnt.
1763 Im Nachbarort Widdau (3 km) wird die Tuchfabrik "Grünental" gebaut.
1765 Im 18.Jahrhundert werden die Städte Imgenbroich und Monschau bekannt durch seine guten Tuche. 1765 wird auch das "rote Haus" in Monschau vom reichen Tuchmacher Scheibler gebaut.
1794 Nach der Besetzung durch die Franzosen 1794 wird Monschau umbenannt in "Montjoie".
1816 Montjoie gehört zum Königtum Preussen und ist Kreisstadt.
1918 Montjoie bekommt durch einen kaiserlichen Erlaß seinen Namen "Monschau" zurück.





Die Geschichte der Belgenbacher Mühle
hängt zumindestens später durch gemeinsame Besitzer mit der Hammer Mühle zusammen. Ungeklärt ist noch, wieweit zurück das geht ! In den meisten (oder allen ??) Fällen waren die Besitzer von "Mühlen" und "Hammerwerken" nur wohlhebende Menschen, meistens die Herrscher des Landes. Nur diese konnten die aufwendige Technik herstellen lassen und bezahlen. Auch die Bachzuläufe für den Betrieb des Wasserrades mußten an die Herrscher bezhahlt werden.

1306
Belgenbacher Mühle.
Vermutet wird, dass die Belgenbacher Mühle in Eicherscheid einige Jahrhunderte älter ist als 1306. Allerdings soll sie weiter höher, unterhalb des Heppenbüschel (Flurname) gestanden haben. Reste will man gefunden haben. Zur Unterscheidung zur heutigen Belgenbacher Mühle soll diese Alt-Belgenbacher Mühle heissen.

1306
Erstmalige Erwähnung der Alt-Belgenbacher Mühle. In einem Vertrag zwischen zwischen dem Grafen Reinhard von Montjoie und Falkenburg.

1300-1700
Die Mühle ist eine von vier Bannmühlen: Eigentum des Landesherrn, der den Dörfern vorschreibt, wer wo sein Korn zu mahlen hat. Der Grund ist B.T, unbekannt. Wahrscheinlich war der Grund die Abgaben....

1469
Herzog Wilhelm zu Jülich verpachtet die Alt-Belgenbacher Mühle an Arnolden von Dornscheid (Ortsteil und Flurname von Eicherscheid) auf 24 Jahre. Pacht: 13 Malter Hafer sind nach Montjoie zu liefern.


1543-44
Im Jülich-Gelderchen Erbfolgekrieg brannten die Belgenbacher und Tiefenbacher Mühlen zum Teil ab. Die Mühle in den Callen wurde so stark beschädigt, dass sie acht Monate nicht mahlen konnte. Über das Hammerwerk" ist nichts über Zerstörung bekannt.

1541
Lukas von Lauterbach wird mit der Streubersgut in der Lauterbach belehnt.

1544.12.06

Herzog Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet die Belgenbacher (oder Call-Mühle?) Mühle an Lukas von Lauterbach für 24 Jahre. (Der Vertrag wurde im originalen Wortlaut im Eremit Jahrgang 38 von 1964 abgedruckt)

Ab 1544

waren also das Streubersgut und die Belgenbacher Mühle in Lehen und Pacht der Familie Lauterbach.


1563
Herzog Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet das Gut an Arnd von Lauterbach.

1580

Herzog Johann Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Sohn Peter Lauterbach (die Familie Lauterbach hatte das „von“ - wie viele in dieser Zeit – aufgegeben.


1622.05.21
Pfalzgraf Wolfgang Philipp zu Jülich und Berg verpachtet erneut an Peter Lauterbach.

1627.04.28

Pfalzgraf Wolfgang Philipp zu Jülich und Berg verpachtet an Arnold Lauterbach


1647.07.20
Pfalzgraf Wolfgang Philipp zu Jülich und Berg verpachtet an Sohn (Mündel) Peter Lauterbach

1669.12. 09
Pfalzgraf Philipp Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Arnold Lauterbach.

1676.12.09
Pfalzgraf Philipp Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Arnold Lauterbachs elternlose Kinder Maria und Gertrud Lauterbach. Gertrud Lauterbach heiratet Matthias Müllenmeister.

1704
Neubau. In der Belgenbacher Mühle gibt es einen Baustein mit diesem Datum (laut Pfarrer Josef Bayer 1957)


1707
Pfalzgraf Philipp Wilhelm zu Jülich und Berg verpachtet an Witwe (Gertrud) Matthias Müllenmeister und Kinder.

1716
Pfalzgraf Karl Wilhelm zu Jülich und Berg belehnt und verpachtet an Matthias Jean Müllenmeister.

1716
Die Belgenbacher Mühle bekommt den neuen Pächter, Schultheis und Rentmeister Johann Wilhelm Bewer (Breuer).

1729.08.20
Die Hermeshammer-Mühle (Seit 1701-02 Mahlmühle) wurde dem Pächter der Belgenbacher Mühle, Johann Wilhelm Breuer, verpachtet.

1771.05.24
Sohn Qurin Breuer (aus Bickrath) heiratet Agnes Roedig (aus Hammer). Sohn Ger(h)ard Roedig.

1792
Erbpachtvertrag für Belgenbacher und Hammermühle geht von Pächter „Schultheis Jean Wilhelm Breuer aus Bickerath“ auf Sohn Quirin Breuer über. Jedoch wurde Roetgen aus der Bannmühle Belgenbach entlassen (kam zu Zweifall). Zu dieser Zeit waren die Mühlen in den Callen (Calltal), (T)Diefenbach, Belgenbach und Hermeshammer in der Hand der Familie Breuer.

1798
Sohn Ger(h)ard Breuer(geb. 04.10.1771) heiratet 1798 Gertrud Stollenwerk (geb. 17.11.1782 in Kesternich).

(1800) -1803

Zwischen 1300-1700 gab es im Amte Montjoie nur vier Bannmühlen (Ewald Fink, 1981): Tiefenbacher Mühle, Mühle in den Callen (Calltal), Mühle in der Belgenbach, Eifferstmühle in Montjoie. Seit 1701 Die kommt die Hammermühle als Mahlmühle dazu. Bis 1803 war die Belgenbacher Mühle (vermutlich auch die Hermeshammer-Mühle) Eigentum des Landesherren und daher eine Bannmühle. Das bedeutet, dass ganz bestimmte Dörfer an einer bestimmten Mühle ihr Korn mahlen lassen mussten.

1803
Die französische Besatzungsmacht verkauft / versteigert die fürstlichen Güter.

1803
erwerben Quirin Breuer und Sohn Gerard Breuer die Belgenbacher und Hammer Mühle in Aachen bei "brennden LIchtern".
Gerard Breuer hatte vier Töchter und einen Sohn:
Agnes Breuer (03.04.1799, heiratet 11.05.1822 Martinus Kaulard, Uhrmacher und Ackerer zu Eicherscheid).
Anna Katharina Breuer (20.08.1904, heirate 25.04.1828 den Witwer Wilhelm Heinrich Schreiber aus Konzen) .
Maria Katharina Breuer (27.12.1807. Heiratet 23.08.1833 den Witwer Johann Peter Isaak. Ackerer zu Imgenbroich)
Maria Gertrud Breuer (geb. 08.12.1809. Heiratet am 23.08.1833 Johann Müllenmeister (aus Conzen), genannt "Moellisch Theis“ von Streubers Gut."
Der Sohn
Quirin Breuer (der lang ersehnte Enkel und Stammhalter, geb. 10.12.1813. Gest 29.04.1814) starb schon mit fünf Monaten

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1833.08.23
Mit der Aussteuer von 3.000 Thaler übernahmen Maria Gertrud (geb. Breuer) und Johann Müllenmeister (gest. 08.09.1837) die Belgenbacher Mühle. Dieser stirbt vier Wochen nach der Geburt des einzigen Kindes, Sohn Johann Heinrich Müllenmeister (Geb. 12.08.1837, gest. ??). Die jung verwitwete Mutter (28) Maria Gertrud heiratete nicht mehr, sondern erzog Kind und hielt die Mühle und Landwirtschaft aufrecht. Der Handwerker und Kaufmann Sohn Johann Heinrich Müllenmeister übernahm früh die Mühle und brachte sie auf den neusten Stand. Aber Johann Heinrich Müllenmeister war der letzte Müller der Belgenbacher Mühle.

Zu Johann Müllenmeister unter Datum 1833.08.23 simmt auch was nicht bzw. fehlt was.
Der Sohn Johann Heinrich Müllenmeister hatte noch Geschwister, die aber nicht lange gelebt haben. Mir ist eine Schwester und ein Bruder genannt worden (Gerhard * 12.01.1836 verstorben 03.09.1836 die Schwester hat hiess wohl Gertrud und war am 14.3.1834 geboren). Info von Christel Küpper aus Eicherscheid am 18.10.2011

1862.05.07 (oder 05.11)
Johann Heinrich Müllenmeister heiratet am 07.05.1862 Anna Gertrud Heinrichs (aus Eicherscheid).

Sie hatten vier Töchter und einen Sohn:
Anna Gertrud Müllenmeister (Verstarb mit 17 Jahren)
Anna Katharina Müllenmeister (geb. 04.03.1865. Heiratet 20.01.1892 Hermann Kaulard, Ackerer zu Eicherscheid, gest mit 95 in 10.01.1960 in Eicherscheid).
Anna Karoline Müllenmeister (geb. 27.10.1867. Heiratet in zweiter Ehe Alois Lauscher (Landwirt zu Rohren. Gest. 1957).
Anna Maria Müllenmeister (genannt "Moellesch Marieche". Geb. 12.07.1875 in Belgenbacher Mühle. Gest. 02.06.1969 in Eicherscheid) heiratet erst 10.01.1908 Johann Anton Fink (geb. 25.05.1880 in ??, gest. 12.07.1944 in Eicherscheid. Stellmacher und Ackerer zu Eicherscheid). Sie wohnten in Eicherscheid 7. 52152 Eicherscheid. Das Haus existiert am 05.04.2005. Im Nachbarhaus bei Joachim Gostek ist der Grabstein von Anton Fink eingemauert. Ein Sohn Müllenmeister und seine Mutter Gertrud Müllenmeister starben 1877 bei der Geburt.
Zu den 4 Töchtern und dem Sohn kommt noch eine Todgeburt und noch eine Tochter die nur 10 Monate alt geworden ist (Info 18.11.2011 von Christel Küpper in Eicherscheid)


Dieses war ein harter Schicksalsschlag für den Müller Johann Heinrich Müllenmeister, der vier junge Mädchen zu versorgen hatte.

    

Anna Maria (geb. Müllenmeister) und Anton Fink waren die letzten Müller der Hammer-Mühle bis ca. 1945


1910 Molkerei wird in Eicherscheid wird in Betrieb genommen

1911 Elektrische Mühle wird  in Eicherscheid in Betrieb genommen


1926

Die Eicherscheider und teilweise Imgenbroicher mahlen in der Belgenbacher Mühle bis ungefähr 1926. Die zunehmende Umstellung der Bauern auf Milchwirtschaft (sie bekamen erstmalig regelmäßig Geld), die Einrichtung einer nahen Molkerei und die Errichtung einer elektrischen Mühle in Eicherscheid, machten den beschwerlichen Ab- und Abweg mit Eseln umständlich und beschwerlich. Vielleicht auch unwirtschaftlich.


1931
Die Eheleute Kaulard verpachten die stillgelegte Belgenbacher Mühle an St. Peter für Seelsorge und Unterkunft als Jugendheim bei Ferienwanderungen.

1934.08.12

Das Erlöserkappelchen wird nach den Plänen des Reg.-Baumeisters Felix Kreusch gebaut und am 12.08.1934 eingeweiht. Die Gestapo aber schloss die Belgenbacher Mühle bald unter dem Vorwand unhygienischer Trinkwasser-Verhältnisse. Kaplan Wirts von St. Peter betreute die Mühle bis nach dem Krieg mit einigen getreuen Katholiken.

1945-46
Die Kaulards vermieten die Belgenbacher Mühle via Pfarrer Josef Bayer an die Kirche. Auch mit Mitteln der öffentlichen Hand wird der Wiederaufbau betrieben.


1953

Nachkommen verzichten auf Eigentum zugunsten katholischer Seelsorge.


1955
Bei nur 25 Plätzen konnten hier in der Belgenbacher Mühle 1955 immerhin 3600 Übernachtungen gezählt werden
.
Der Vater von Dr. Erich Jerusalem kauft die Belgenbacher Mühle. Erich bekommt die Belgenbacher Mühle. Im Rahmen einer Scheidung bekommt Edith Jerusalem diese.

2005 Besitzerin seit 198? Edith Jerusalem. Neu Verheiratet mit.





Die Geschichte der "Hammer Mühle"
Der Eisenhammer "Hermeshammer" ab 1462-3. Die Umwandlung in eine Mahlmühle 1701. Die Umwandlung in ein Wochenendhaus 1954 und in ein Wohnhaus 2004.

1
342
Erstmalige Erwähnung der Gemeinde Simmerath in einer Akte im Waldrecht

1346
Erstmalige Erwähnung der Kirchengemeinde Simmerath neben der Mutterkirche in Konzen.

1350-1450
Gründung von Eicherscheid durch erste Siedler.

1369
Reinhard von Schönforst verteilt seinen Besitz auf seine Söhne. Johann erhält Fronrath (Alt-Eicherscheid).


1400 - 1450 n. Chr
.
In den Schleidener Landen begann eine Blütezeit der Eisenindustrie. Wo die Voraussetzungen von genügend Wasser, Erze und Holzkohle waren, entstanden Betriebe.
Von der Langenscheiderhöhe führte ein steiler Schleppweg nach Hammer, wo vermutlich das Rohmaterial "gehammert" = bearbeitet wurde. Käthe Braun macht in ihrem Buch Bilder aus alter Zeit "Simmerath" (1982) die Aussage, dass die Erze für Hammer mit Wagen aus den Sollen von Huppenbroich gebracht wurden.
Später gab es auch ein Hüttenwerk in dem Eisenwerk "Pleushütte" (1....in Einruhr gegründet). Unmittelbar neben Pleus liegt Pöelsbruch (Poel = Pfuhl), welches vermutlich auch ein Grubenfeld für Erze gewesen ist.


1433 (35)
- 1609
Das gesamte Monschauer Land fiel vom Herzogtum Limburg an das Herzogtum Jülich ab 1433 (35).

1462-63
in "Hammer" hat man auch den Versuch gemacht, Erze selber abzubauen und in einem Hüttenwerk daraus Eisen zu gewinnen. Es gibt kleinere Halden, deren Erze wahrscheinlich auf einem auf einer Flurkarte eingezeichneten Gemeindeweg von den "Hermesbenden" abtransportiert wurden. Es gibt an den "Benden" auch einen eingestürzten Stollen eines Berggeländes. Vermutlich waren die Besitzer der Gruben eine Familie "Kaulen (später Kulard, Kaulard)" (mundartlich Kuhlen = Grube).
Unklar ist, ab wann die Kaulen die Gruben in Hammer besaßen, da erst 1680 Zeugnis vorliegt, daß eine Gertrude Offermann einen Johann Kaulard heiratete.
Bau eines Hammerwerkes "Hermeshammer" als die Eisenindustrie einen Aufschwung erlebte. Erze wurden zum Ofen gefahren und anschließend das Eisen in die Städte gebracht. Es gab Arbeit für Hüttenleute und Schmiede. Erinnerungen zeigen die Namen: Schmidt, Schmitz, Schmidden, Hufschmied, Hammerschmidt, Hütten, Klinkhammer.
Unbekannt ist die genaue Entstehung des Eisenhammers in Hammer. Aber da dieser nur mit Wasserkraft arbeiten kann, muss es um 1463 gewesen sein, weil dann die fürstliche Genehmigung für das Absperren der "Rohr (Rur)" durch ein Wehr erteilt wurde. Aus diesem Hermeshammer leitet sich der kürzere, spätere Name des Dorfes Hammer ab, der vermutlich aber erst als Kurzname aus dem Hermeshammer (1650 -1700) übrigblieb.
Quelle: Kommission der Universität Köln, die Hammer und Eicherscheid historisch untersucht hat.


1462

Eicherscheid zählt 15 Häuser. Die Wälder unterhalb nach Hammer waren noch nicht gerodet.

1463.11.30
Erstmalige Erwähnung des Gebäudes. Heinrich von Bailen, Forstmeister zu Montjoie, belehnt im Auftrage des Junkers Tönis von Pallandt, Herrn zu Rulandt, zur Zeit Pfandherr von Montjoie, den Meister „Hermann Hammerschmidt aus Eupen“, Meister Heinrichs Sohn, erblich damit, in dem „Waldgeleide beeneden Montjoie uff der Rohre entgegen Eicherscheid, das Wasser daheselbst zu ihrem Hammer und Handwerksluiden durch ein Wehr absperren zu dürfen.“ Für die Absperrung musste der Pächter Hermann (Hermes) Hammerschmiedt 3 Goldgulden jährlich bezahlen. Vermutlich hat dieser Hermann, im Dialekt genannt „Hermes, Hammerschmidt"dem Ort auch den Namen „Hermeshammer“ gegeben. Das Gebäude ist in 2008 noch erhalten, obwohl Umbauten erfolgten: Am Hammerwerk 23.
Heinrich Hammerschmidt (geb. ca. 1390). Vater von Hermann. Ob dieser schon das Hammerwerk betrieb ist unbekannt,
Hermann Hammerschmidt (geb. ca. 1420-40) bekommt Genehmigung, Wasser von der "Rohr" abzuzweigen. Es existiert ein Dokument darüber.
Freundlicherweise hat Dr. E. Neuß in 2008 eine Abschrift der Originalurkunde an B.T. gegeben. Das Original soll nicht mehr existieren.


1469 war der Länderherr Herzog Wilhelm zu Jülich
   
1650

Eine mit groben Steinen gebaute Kapelle wurde in Hammer an der Rurseite gebaut. Die Position ist heute "Am Hammerwerk 09".
Es gibt eine Skizze (Pfarre Eicherscheid:1685 - 1985. 1985. S. 122). Siehe 1851 - 1873. Es müssen also eine Reihe von Menschen hier gewohnt haben.
Bau des Hammerwerkes (info von Kurt Förster aus Eicherscheid). Begründung dazu ist B.T. unbekannt.

1676
Der Eisenhammer in „Hermeshammer“ ging an den Pächter Hoppe Peters Wittip (Witwe) über. Da er die drei Goldgulden nicht bezahlen konnte, wurde die Produktion stillgelegt.

1701 / 1702
Die herzogliche Güterverwaltung gestattet Johann Heck aus Eicherscheid den „Eisenhammer in Hermeshammer“ zu einer Mahlmühle umzuwandeln, da die Eisenindustrie mit Eisenhämmern an Bedeutung verlor. Die Güterverwaltung behielt sich das Vorkaufsrecht für den Fall vor, dass auch die Mühle Zahlungsschwierigkeiten haben würde. Dieses war bereits am 20.08.1729 soweit. Die Mühle wurde fürstliches Eigentum und an den Pächter der Belgenbacher Mühle Johann Wilhelm Breuer verpachtet.
Anm. von B.T.: Wenn diese Formulierung "Vorkaufsrecht" richtig ist, besagt das, dass die Mühle sowohl an die Güterverwaltung als auch an private Eigentümer hätte verkauft werden dürfen.

1729
Die Mühle in Hermeshammer gehörte Pfalzgraf Karl Wilhelm zu Jülich und Berge.

1729
wurde dem Pächter der Belgenbacher Mühle auch die Mühle im Hermeshammer verpachtet. Dieser Pächter war seit 1716 „Schultheis und Rentmeister Johann Wilhelm (Bewer ?) Breuer.

1759
Erbpachtvertrag für Belgenbacher und Hammermühle. Pächter „Schultheis Jean Wilhelm Breuer aus Bickerath".


1792

Erbpachtvertrag für Belgenbacher und Hammermühle geht auf Quirin Breuer (Sohn von Pächter „Schultheis Jean Wilhelm Breuer aus Bickerath) über. Zu dieser Zeit waren die Mühlen in den Callen (Calltal), (T)Diefenbach, Belgenbach und Hermeshammer in der Hand der Familie Breuer.

1800 -1803
Zwischen 1300-1700 gab es im Amte Montjoie nur vier Bannmühlen (Ewald Fink, 1981): Tiefenbacher Mühle, Mühle in den Callen (Calltal), Mühle in der Belgenbach, Eifferstmühle in Montjoie. Die Hammermühle kommt seit 1701 als Mahlmühle dazu; wird aber bei Ewald Fink nicht als Bannmühle aufgeführt. Bis 1803 war die Belgenbacher Mühle (vermutlich auch die Hermeshammer-Mühle) Eigentum des Landesherren und daher eine Bannmühle. Das bedeutet, dass ganz bestimmte Dörfer an einer bestimmten Mühle ihr Korn mahlen lassen mussten. Die französiche Besatzungsmacht verkauft die fürstlichen Güter.

1803 erwerben Quirin Breuer (der ab 1792 dort Erbpächter ist) und Sohn Gerard Breuer die Belgenbacher und Hammer Mühle in Aachen

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1813
Mit der Völkerschlacht in Leipzig im Oktober endet die Herrschaft der Franzosen in Deutschland.
1815 Nach dem Wiener Kongress wurde nach der staatlichen Neuordnung das Aachener Gebiet den Preussen zugesprochen.
1816 Gründung des Landkreises Monschau im Regierungsbezirk Aachen. Gründung der der Bürgermeisterei Eicherscheid mit Hammer .
   
1821
Zwecks Erhebung von Steuern bei Besitz werden genaue Karten durch die Preussen angefertigt.
10.1821: Erste "Gemeinde-Kharte". Darauf steht in dieser Reihenfolge:
Gemeinde Eicherscheid. Regierungsbezirk Aachen. Landkreis Montjoie. Bürgermeisterei Eicherscheid. Dazu gehört auch Hammer. Maßstab 1:10.000
Diese umfaßt die Flure: Flur A genannt Hammer. Flur B genannt Holderknipp. Flur C genannt Belgenbach. Flur D genannt Eicherscheid. Flur E genannt Bremersbach. Flur F genannt Teufelsei.
Auf dieser Karte ist verzeichnet, daß es eine Anlage B für Hammer gibt. Anlage B. Maßstab 1: 1250.
Auf dieser Karte sind im Bereich des Mühlenhauses vermutlich andere Besitzverhältnisse und Flurstück-Bezeichnungen angegeben als heute:
Flur A: 399 (später 129). 180. 418 (später 179).
Quelle: 02.2003 Bernd Tesch hat sich diese Karten als farbige Kopien besorgt. Die Originale liegen beim Katasteramt in Aachen im Archiv.
Der Mühlenbach mit seiner kleinen Erweiterung zum Mühlenteich vor der Hammer-Mühle ist eingezeichnet. Auf dieser Karte mit Grundstücken sind aber keine Häuser eingezeichnet.

1821-22
Paul Lauscher (Alsdorf, 80 Jahre in 2008) gab B.T. Kopien von Karten, auf denen Häuser in Hammer eingezeichnet, die auch Hausnummern haben. Allerdings wurden in diese Karten fortlaufend immer wieder Häuser in den nächsten zig Jahren (genaueres beim Katasteramt Aachen unbekannt) eingezeichnet. Und erst 1972 wurde es Pflicht neue Häuser in diese Karten einzuzeichnen.
Allerdings kann man feststellen, ob diese Häuser schon existierten, wenn man Unterlagen wie Geburtsurkunden zusätzlich besorgt. Zumindestens in der französischen Zeit wurde darin auch angegeben, in welchem Haus der Neugeborene, die Eltern und Paten wohnten.
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Paul Fink hatte zwei Söhne:
Sohn Johann Anton Fink (geb. 25.05.1880 in ??, gest. 12.07.1944 in Eicherscheid. Stellmacher)
Sohn von Johann Anton: Matthias Fink
Sohn Alois Fink (Heimatdichter)

Sohn von Alois Fink:
Paul Fink, Breite Strasse in Eicherscheid. Tel. 7358.

Sohn von Paul Fink:
Marcel Fink



1908

1908.01.10 Foto
Anna Maria Müllenmeister (geb. 12.07.1875 in Belgenbacher Mühle. Gest. in Eicherscheid am 02.06.1969). Sie war durch Erbe die Besitzerin der Hammer-Mühle. Sie heiratet erst 10.01.1908 Johann Anton Fink (geb. 25.05.1880 in ??. Gest. 12.07.1944 in Eicherscheid).
Anna Maria und Anton Fink waren die letzten mahlenden Müller der Hammer-Mühle bis ca. 1945. Dieses müßte also das Hochzeitsfoto sein. Archiv Joachim Gostek.


1940

Anton Fink bei der Feldarbeit.
Foto 1940.
Archiv Joachim Gostek.


1957

Geschwister von li nach re: AnnaMaria AnnaKaroline AnnaKatharina Fink.
Fotos 1957. Archiv Joachim Gostek

Johann Anton Fink
Geb. 25.05.1880 in ??. Gest. 12.07.1944 in Eicherscheid. Stellmacher.
Verh. mit Maria Fink
Geb. ca. 1880 ??. als Maria Müllenmeister in Belgenbacher Mühle. Gest in Eicherscheid > 90 Jahre.
Johann und Maria Fink wohnten in Eicherscheid 7 (Haus existiert am 05.04.2005. Im Nachbarhaus bei Joachim Gostek ist der Grabstein von Anton Fink eingemauert).

Sie hatten fünf Kinder
Maria Fink (1916). Die anderen vier ?

Maria Fink
Geb. Maria Fink. ??.??.1916 in Belgenbacher Mühle. Gest. ??.??.2000.
Verh. als Maria Gostek mit Leo Gostek

Zwei Kinder von Maria und Leo Gostek
Joachim Gostek (19??). Ewald Fink.

Joachim Gostek
Sohn von Maria und Leo Gostek
Geb. 25.02.1953 in Eicherscheid 05 in Eicherscheid.
Verh. 16. 06.1977 mit Magret Faber

Ewald Fink
Sohn von Maria und Leo Gostek
Geb. in Belgenbacher Mühle, im 2. Weltkrieg gefallen.
Hat vor ?? 1995 die Geschichte der Belgenbacher Mühle im Monschauer Jahrbuch aufgeschrieben.
Verh. mit ??

Vier Söhne von ?? und Ewald Fink
Sohn Dieter Fink
Sohn Hermann Fink (im 2. Weltkrieg gefallen)
Sohn Heinrich Fink (im 2. Weltkrieg gefallen)
Sohn Alfons Fink (im 2. Weltkrieg vermisst)
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Ca. 1920
Maria Fink (geb. Müllenmeister) ererbte die Mühle in Hammer, da ihre Schwester die Belgenbacher Mühle erbte. In dieser Zeit (nein, das muss 1794 gewesen sein als das Feudalsystem durch die Franzosen hier aufgehoben wurde) wurde wohl auch der Mühlenbann aufgehoben. Dieser besagte, dass jedes Dorf eine bestimmte Mühle benutzen musste.
In der Belgenbacher Mühle wurde kein Korn mehr gemahlen, weil in dieser Zeit Elektrizität nach Eicherscheid kam. Damit gab es elektrische Mühlen und die Belgenbacher Mühle mit Wasserkraft wurde überflüssig. Danach wurde die Belgenbacher Mühle zum Sägewerk.


vor 1945.
.
vor 1945. Foto Walter Scheibler. Foto-Archiv Kreis Aachen.
Man erkennt, dass der Schornstein durch einen Aufbau erhöht war. Sinn des rechten Behälters ist unklar. Villeicht ein Holzbehälter.
Ganz wichtig ist die Eckes des Gebäudes "Haus 29" links, da mir sonst kein Foto davon bekannt ist.



Ca. 1945
Die Belgenbacher Mühle kommt zum Bistum Aachen.

Ca. 1944 - 45
Hans Röder (Geb. 27.06.1927, geb. im Nachbarhaus "Röder", der noch Original "Hammerplatt" sprach) hat in seiner frühen Jugend in der Mühle gespielt. Neben der Achse waren zwei Löcher, die nicht zugebaut waren, da das Wasser dort rein - bzw. rauskommen musste. In diese ist er reingekrabbelt und hat in der Mühle Hebel verstellt, sodass das Schaufelrad sich dann aufgrund des Wassers drehte.
Bis 1944-45 fuhren die damaligen Eigentümer Anton Fink (geb. in Eicherscheid) und Frau Anna Maria Fink (geb. Müllenmeister) aus Eicherscheid (beide wohnhaft in Eicherscheid 7) auch noch in der Kriegszeit mit einem Pferdefuhrwerk von Eicherscheid nach Hammer. Auf diesem waren 20-30 Säcke voller Korn, dass unten in der "Hammermühle" gemahlen wurde.
Die Mühle kam durch die geborene Maria Müllenmeister, verheiratete Fink, in den dann gemeinsamen Besitz von Familie Maria und Anton Fink. Die Familie Müllenmeister hatte damals auch die Belgenbacher Mühle mit in Besitz, weil Marias Schwester diese Mühle geerbt hatte.
Anton Fink war während des Krieges nicht in Eicherscheid, so dass Frau Fink alleine in die Mühle fuhr.



1951- 2000

> 1951

Erich Charlier kann nach Hammer als Lehrer.
In den Jahren 1950-60 hat Herr Charlier aus dem Anlass ??? mit Schulkindern vor dem Platz des Hammerwerkes gebuddelt. Dabei ist Eisenschlacke aufgetaucht und faustgrosse Eisenteile. Er hat ein solches Teil in seiner Sammlung.
21.11.2010 Erich Charlier: Der erweiterte Platz vor dem Hammerwerk soll damals im Volksmund noch "Hüttelade" geheißen haben,
Zum heutigen Zeitpunkt ist B.T. aus der Literatur nicht bekannt, dass Erz / Eisen auch in Hammer verhüttet / geschmolzen wurde. Es ist aber auch unklar, woher rohe Eisenblöcke gekommen sind. Pleushütte ? Dedenborn ?? Huppenbroich ??
Auch wenn es sehr unwirtschaftlich ist, werden noch heutzutage Eisenblöcke zuerst in bestimmte Formen gegossen. Im erkalteten Zustand werden diese dann an weiterverarbeitende Werke als "Halbzeuge" geschickt. Und dort erneut mit grossen Energieaufwand erhitzt und dann im glühenden Zustand weiterverarbeitet.

Laut Herrn Charlier soll das fertig "gehämmerte" Eisen mit Holzwagen nach Aachen-Rothe Erde transportiert und dort weiterverarbeitet worden sein. Quelle ??


1952

Haus 30. Federzeichnung von Erich Charlier (C). 1952 von der Südwestseite gezeichnet. Das Wasserrad war vor der Stirnseite vorne, aber schloß mit der Erdoberkante ab, sodass man es nicht sehen konnte. Die Zeichnung war in einem Monschauer Jahrbuch veröffentlicht.
Am 24.11.2005 bekam B.T, freundlicherweise von Erich Charlier eine Kopie 1:1. Originalbreite 24 cm.


Ca. 1952
Demontage der alten Kornmühle. Hans Röder (geb. im Nachbarhaus "Röder") war dabei. Er erzählte mir die Geschichte am 16.04.2005 in Eicherscheid so:
Die Familie Fink hat Teile der zerfallenen Mühle verkauft. Vermutlich in 1952 Jahr wurde die "alte Kornmühle" demontiert. Ein "Altläpper" (Alteisenhändler) vermutlich wohnend in Aachen, Hirschgraben, kam mit einem LKW. Sie hatten ein Schweißgerät dabei und demontierten das eiserne Schaufelrad und die Messingbuchsen. Diese waren so schwer waren, dass einer diese alleine nicht tragen konnte.
Der Alteisenhändler nahm auch die schweren Eichenbalken mit (50 x 50 cm). Mühlsteine. Eine Haferpresse. Die Reinigungsmaschine für das Getreide.


1954
wurde angegeben als Baujahr in einem Bescheid vom Finanzamt AC-Rothe Erde. Gemeinde Simmerath-Eicherscheid. EW 202 / 820-3-0019


1956-1957
 


Haus 30. Das einzige Ölgemälde auf Leinwand (65 cm L x 54 B), dass Erich Charlier vom Hammerwerk gemalt hat. Erich Charlier am 23.11.2008: "Es wurde vom Original, nicht von einer Fotografie oder Postkarte gemalt. Das Original besitzt Sohn Reinhard Charlier in Imgenbroich. Hier eine Abbildung davon, die mir Erich Charlier als kleine SW-Fotokopie 2008 zur Verfügung stellte.
Am 28.11.2010 brachte mir Reinhard Charlier freundlicherweise das Original vorbei, dessen farbiges Scan oben ist. Auf der Rückseite ist vermerkt, dass es in der Zeit vom 30.05.1956-20.04.1957 gemalt wurde. Weiterhin: "Am 19.11.1956 ist es durch Stürme eingestürzt", nachden es im September teilweise schon zerstört war. Die obere Skizze war auf der Rücksite eingeklemmt. Sie stammt wohl aus einem Lehrbuch.



1956

Im Jahrbuch "Landkreis Monschau 1956", S.39 des Geschichtsvereins Monschau http://www.gv-mon.de , ist ein Artikel "Die ländliche Besiedlung des Kreises" von Karl Georg Faber. Darin gibt es ein Foto von E. Kaisik über die verkommene Hammerschmiede (Zitat).
Das Foto müsste vorher gemacht sein. Darauf lässt sich das Schaufelrad nicht erkennen, weil es auf der Seite gegenüber vom Schornstein war und auch oberirdisch nicht zu sehen war, da oberschlägig (siehe Erklärung unten unter 2005.11.19 von B.T.).


Ca. 1956
Nach dem 2. Weltkrieg verfiel das ehemalige Hammerwerk immer mehr. Im Winter 1956 hat Erich Charlier von der "Hammermühle" noch ein Bild gemalt. Erst in den Herbststürmen 1956 wurde das Schieferdach komplett vom Wind abgedeckt und das Dach stürzte ein. Eine Restaurierung wurde verpaßt. Wasserzufluß durch den Mühlenbach war damals noch vorhanden. Die Wasserzufuhrrechte wurden nicht mehr verlängert. Diese mussten immer 90 weitere Jahre verlängert werden. Dann hätte der Mühlenbach nicht zugeschüttet werden dürfen.


1956

Haus 30. Federzeichnung von Erich Charlier (C). Im Winter 1956 von der Südseite / Rurseite gezeichnet. Als er es malte zog ein Schneesturm auf.
Am 24.11.2005 bekam B.T. freundlicherweise von Erich Charlier eine Kopie 1:1. Originalbreite 13,5 cm.


1956
Irgendwann nach 1956 wurde das Dach des Hammerwerkes von Reinhold Münzenberg ca. 30 cm angehoben. Und ein Backsteinschornstein aufgesetzt. Während die Vorderseite zur Strasse "Am Hammerwerk" vom Aussehen nicht verändert wurde, sieht die Rückseite der alten Mühle heute ganz anders aus. Herr Charlier spricht von zwei kleinen Fenstern früher. Erich Charlier hat die Hammermühle mehrfach noch im ursprünglichen Aussehen von allen Seiten gemalt.


Li: Reinhold Münzenberg. (Geb. 25.01.1909 in Waldheim. Gest. 25.06.1986 in Aachen-Wahlheim. Seit 1922 bei Alemania im Verein. 1926 bis 1951 absolvierte der spätere Alemannia-Präsident Reinhold Münzenberg rund 400 Partien für die Schwarz-Gelben und schoss dabei rund 100 ...). Foto Links wurde mir zugeschickt von Thomas Schäfer. Quelle im Internet unbekannt.
Mitte und rechts: Walter Goffart (Geb. ??.??.1899. Gest. ??.??.1963). Foto: ca. 1935 (?). + 196?. Archiv: Tochter Brigitte Goffart.

1969.06.09 (?, 1959 wäre eher richtig)
Fa Goffart und Münzenberg. Reinhold Münzenberg. Laut Hans Röder kaufte Walter Goffart die Mühle. Münzenberg war Architekt (techn. Zeichner ?).
1952-1959 ? Genaues Datum bisher unbekannt: Verkauf des "Hammerwerkes" (1463) = "Hammermuehle" (ab 1701) von vermutlich Maria Fink (Geb. Müllenmeister, Erbin dieser Mühle) und Mann Anton Fink an Walter Goffart (Geb. 1899. Gest. 1963) und Reinhold Muenzenberg (1909).
Goffart und Münzenberg waren beide sehr kannte Fussballspieler. Sie kannten sich aus der Alemannia Aachen. Reinhold Münzenberg ist der einzige Fussballspieler der Alemannia, der es in die Fussballnationalmannschaft Deutschlands geschaft hatte. Und dort sogar Mannschaftskapitän wurde. Auch Walter Goffart war für die Nationalmannschaft vorgesehen (laut einem Buch von Sepp Herberger) aber war nach dem Krieg mehr beruflich engagiert.
24.04.2013 Tochter Brigitte Goffart erzählte mir, dass Ihr Vater sehr früh mit 47 Jahren in 1963 gestorben ist. Deshalb übernahm Reinhold Münzenberg die Firma alleine. Leider ging sie in Konkurs.


1967

Haus 30. Hammerwerk. Neu gezeichnet für den Heimatkalender Landkreis Monschau. Dort veröffentlicht unter Januar 1967.

Als es wirtschaftlich etwas besser ging, kaufte Reinhold Münzenberg (geb.25.01.1909 in Wahlheim. Gest. 25.06.1986 in Aachen. Begraben auf dem Waldfriedhof. www-reinhold-muenzenberg.de ) in den späten 50gern Jahren die "Hammermühle" mit einem Teil des gesamten großen Grundstückes von Walter Goffart. Diese "Hammermühle" wurde dann "renoviert", besser umgebaut. Die der Rur zugewandte Seite hatte nur zwei kleine Fenster (siehe oben die Skizze sehr wahrscheinlich von Erich Charlier). Dort hinten aber wurde ein querliegender Stahlträger eingebaut und zwei grosse Fenster plus Tür eingesetzt. Vermutlich ist in diesem Zusammenhang das Dach etwas höher gesetzt worden (ca. 30 cm laut Erich Charlier am 24.11.2005)
Als Dach wurde ein Strohdach genommen statt den originalen Schieferplatten vorher (Charlier). Der spätere Eigentümer Dr. Werner Blume hat das Strohdach wieder ersetzt durch originale Schieferplatten. Der Schornstein wurde mit Backsteinen höher gesetzt. Das Mühlrad war baufällig und wurde deshalb entfernt. Auch, weil der Mühlengraben schon zugeschüttet war. Sohn Reinhold Münzenberg (57 in 2004) kann sich an das grosse Loch erinnern, wo das Mühlrad war.
Die Mühle war eingetragen auf den Namen der Frau Münzenberg, Titine (Maria Herbst). Da die Fa. Münzenberg 1984 in Konkurs ging, wurde das Hammerwerk verkauft.

1970-1973
Ein Arzt-Ehepaar aus Eschweiler, Dr. Hubert Emonts (Geboren 1927 ca.) und Frau Anneliese Emonts (Geb. ca. 1919), haben "das Mühlchen" ca. 1970-73 gemietet vom Vermieter Goffart und Münzenberg.
Sie hatten in Woffelsbach ein Wochenendhaus. Als es dort zu laut wurde, waren sie in der Eifel unterwegs waren und fanden "das Mühlchen" zufällig, welches in ruhiger Lage lag. Es war sehr verfallen und herunter gekommen. Sie haben dann den Nachbar "Röder" nach dem Eigentümer gefragt. Diese, Goffart und Münzenberg, haben das Mühlchen dann überarbeitet und in einen wohnbaren Zustand versetzt. - Emonts sind dort immer sehr gern gewesen. - Ihre Tochter war damals zwei Jahre. - Der Frauenarzt Emonts hat dann in Eschweiler-Röhe gebaut. Dieses neue Haus war so von grün umgeben, dass sie deshalb das Mühlchen nicht weiter gemietet haben. - Es existieren Fotos vom "Mühlchen" nachdem es hergerichtet war.
21.07.2013 Habe Claudia Niederhäuser vom Eschweiler Geschichtsverein um Suchhilfe gebeten. Schon am 22.07.2013 bekam ich dankenswerter weise den Hinweis, dass Emonts nach Burg Trips in Erkelenz in den Wohnpark gezogen sind.
22.07.2013 + 23.07. Tel. mit Frau Emonts. Es gibt Fotos vom "Mühlchen" nach dem Umbau, aber nicht ohne Personen. Sie möchten kein Foto von sich.
Dr. Blume der nächste Mieter ab ???. Schließlich hat Dr. Blume das Hammerwerk = "Mühlchen" gekauft - laut Frau Emonts.


1985.04.23
Frau Titine Münzenberg verkauft ca.1985 das Haus an Dr. Werner Blume.
Offensichtlich war er wohl vorher Mieter.
Münzenberg verkauften dieses aus Ärger über Parties der Kinder dort - laut Dr. Blume. Laut Frau Münzenberg wegen Konkurs.
Dr. jur. Werner Blume (geb. 1924.10.15), Rechtsanwalt. Er muß kurz vorher in 1985 die Hammerschmiede gekauft haben für DM 105.000. Zum oberen Datum bekam er einen Grunderwerbsteuerbescheid. Er nutzte das Haus als Ferien - und Wochenendhaus. Er machte den Aufbau des Schornsteins durch Backsteine rückgängig. Eine Dachrinne fehlte. Ihm gefiel eine aus teurerem Kupfer. An der Rückseite hat er Platten als Terrasse verlegt. Ein Schreiner baute die Holztreppe in die Keller-Etage, wo er auch ein Dusche mit warmen Wasser installieren ließ. Herr Dr. Blume war ein begeisterter Wanderer und war viele Stunden am Wochenende immer unterwegs.
Während der Eigentumzeit hatte Dr. Blume bei Hochwasser in der Rur mehrfach Hochwasser in der Kelleretage der Mühle, da diese nach aussen hin nicht isoliert war.

Bei dieser Gelegenheit hat er vor dem Eingang an der Hausseite zur Rur gelegen ein zwei Meter tiefes Loch ausgehoben. Dort fand er Stücke von Eisen-Schlacke.

Ursprünglich gehörte die Wiese nach Westen auch Münzenberg oder Goffart - oder beiden zusammen. Dr. Blume konnte zum Zeitpunkt des Kaufes der Mühle diese aus finanziellen Gründen nicht mit kaufen. Sie wurde verkauft an jemand, der dort Pferde unterbringen wollte und einen Pferdestall bauen würde. Dieser aber wurde nie gebaut. Da dieser unbekannte Mensch wohl später finanzielle Sorgen bekam, wurde diese Wiese weiterverkauft, ohne dass Dr. Blume davon wußte. Er bekam westlich einen Nachbarn, mit dem er vor Gericht ziehen mußte, weil dieser immer das Radio auf volle Lautstärke stellte. Dr. Blume am 31.0810.2008: "Die Idylle und Ruhe der Mühle war damit hin".



Dr. jur. Werner Blume (84) beim Besuch von B.T. am 30.10.2008: "Ich habe mich immer so wohl gefühlt in Hammer und war befreundet mit einigen Hammerern".

1991

Haus 30. Federzeichnung von Erich Charlier (C). 1991 von der Nordostseite gezeichnet.
1992 wurde im Pfarrheim in Eicherscheid hiervon eine Doppelpostkarte gedruckt.
Am 24.11.2005 bekam B.T. freundlicherweise von Erich Charlier eine Kopie 1:1. Originalbreite 28 cm.



1995

Haus 30 in 1995. Ein Originalgemälde der Hammer-Mühle ca. 60 cm H x 40 B mit viel Fantasie. Künstler: Meienagen (Name schwierig zu lesen). Gesehen und reproduziert beim Besuch von B.T. bei Dr. Blume am 30.10.2008


1996

Haus 30 in 1996. Fotograf unbekannt. Repro B.T. Archiv Dr. Blume.




2001-2020

2003 Juni

Dr. Blume will verkaufen. Die uns gut bekannte Susi Sauerbier hat zufällig das Haus von 1463 im Internet gefunden und ist an einem Kauf interessiert.


2003.06.13
Dr. W. Blume verkauft das Haus mit Grundstück 3694 qm an Christian Didi (geb. 13.03.1976 in Bonn).



Christian Didi

Sohn von Christa und Dieter Didi
Geb. 1976.03.13 in Bonn
Eigentümer des Hammerwerkes / Hammermühle 2003 - 06.2009



2003.11.25
Bernd Tesch hielt vor Christians Haus und begrüßte diesen erstmalig. Der "Windmühlenservice-Mechaniker" Christian Didi war mir sehr sympathisch und lud mich sofort zum Kaffee ein. Leider hatte er das Haus innen vorher nicht fotografiert bevor er innen eine Dachisolierung eingezogen hat.


2005

April 2005
Das neue "Camp Hammer" wird mit Bistro eröffnet. In diesem ist an der Wand dieses Gemälde aufgezeichnet. Künstler: Melich aus Roetgen.
Als Vorlage galt eine Strichzeichnung von Erich Charlier.


2005.11.19

Der Rektor a.D. von Hammer, Erich Charlier, ist ein sehr guter Informand. Auch in Bezug auf das Hammerwerk / Hammermühle.
Herr Charlier kam 1951 als Lehrer nach Hammer und hat schon in den Jahren 1951-52 die Hammermühle gemalt. Auch von der mehr westlichen Seite (also von der Monschauer Seite). Das Mühlenrad aus Eisen ist deshalb nicht auf irgendwelchen Fotos / Zeichnungen / Gemälden zu sehen, weil der obere Rand nicht über die Erde ragte. Herr Charlier musste schon an das Rad herantreten, um es zu sehen. Der Grund war, dass das Wasser vom Mühlenbach ja zumindest sehr weit oben auf das Rad lief. Das Rad war ca. 2,50-3.00 m Durchmesser. Mit dem Abbau des Rades in 1952 erlosch auch die automatische Genehmigung, den Mühlbach weitere 90 Jahre zu benutzen.
Herr Charlier erwähnt auch, dass der Straßenplatz vor der Mühle im Volksmund "Op de Hütte lade" heißt. Dieses sieht er als einen Beweis an, dass hier in Hammer das Erz auch verhüttet wurde. Im Buch von Käthe Braun in 1985 heißt der Platz "Hüttenley".
Weiterhin soll Hubert Pier ihm auch erzählt haben, dass der gegenüberliegende Hang
ganz kahl geschlagen war. Die Eichen und Buchen hatte man benutzt, um daraus Holzkohle zu machen, die für das Hammereisenwerk benutzt wurde.
>>Gab es in Hammer Kohlenmeiler ??


01.06.2009
Christian Didi
verkauft an Danny Libbert.



Mark Geisner. Hammerwerk.
Foto B.T. 03.07.2009

Mark Geisner
Sohn von Karl und Barbara Geisner (geb. Latocha)
Geb. 01.05.1986 in Polen / Ratibor
Verh. am 23.12.2009 mit Danny Geisner (Geb. Zarf) in Simmerath
Bis ca. September 2012 in Hammer.



Danny Geisner. Foto B.T. 03.07.2009

Danny Libbert (verh. Geisner)
Sohn von Bernd Jänisch und Anne Achten (Geb. Zarf)
Geb. 03.07.1980 in Naumburg an der Saale.
Verh. am 23.12.2009 mit Mark Geisner in Simmerath



13.01.2011 Hühner- und Katzenpflegerin im Urlaub Patricia-Govers bei einem Kurzbesuch. Foto B.T.



13.01.2011 Höchster Hochwasserstand seit 1993. Blick von der Rückseite von Haus 30 auf die Rur. Foto B.T.

23.10.2012 News zum Hammerwerk, Mühlengraben

Beispiel eines aktiven Hammerwerkes in der Tschechei
Eisen-Mühle von Ostravice (von Nemilkov district Klatovy an der Grenze Tschechei / Slowakei). Das Orignal hatte schon drei Wasserräder hintereinander. Damit wurden verschiedene Aufgaben gelöst. Ein Wasserrad trieb über eine gelochte Welle, in die man verschiedene Antriebe montieren konnte., ein verrohrtes Gebläse an, welches die Luft zum Schmiedefeuer blies. Damit wurde das Eisen glühend gemacht. Das rohe Eisen wurde dann mit großen Kräften geschmiedet. Man hat auch Pflugschar-Eisen, Gitter und andere Metall-Produkte, die ein normaler Dorfschmied nicht herstellen konnte.

Patricia und Bernd T. haben vom 28.09.-19.10.2012 eine weitere schöne Reise in Europa per Jeep gemacht: Germany - Polen - Litauen - Lettland - Estland - Lettland - Litauen - Polen - Slowakei - Tschechei - Deutschland (6.250 km).
Dabei haben wir in der Tschechei - wie in 2009 - noch einmal bewusst ein Museumsdorf besucht, welches zwei gängige Hammerwerke besaß. LEIDER war der Teil des Hammerwerkes ausserhalb der Saison im Oktober geschlossen. Aber wir haben uns trotzdem Häuser, Vorratsteich und Gebäude angesehen. Und ein Video gekauft. - Und dadurch wird mir einiges klarer.


Die Wasserzufuhr zum Hammerwerk in Hammer / EIFEL erfolgte über den "Mühlenbach" zu einem "Mühlenvorratsteich". Über den Zufuhrgraben wurde von dort aus das Wasser oberschlägig (also von oben) auf das Mühlrad geleitet. Nur bei Bedarf hat sich das "Mühlrad" am Hammerwerk gedreht. Dieses ist auf keinem Foto / Zeichnung zu sehen, weil der obere Teil des drehenden Mühlrades eben mit dem Boden war; also nicht nach oben herausschaute. In den zugängigen Unterlagen wird erwähnt, dass 1463 die erste Urkunde existierte, die die Zahlung des Herman Hammerschmiedes für die Genehmigung des Wassers aus dem Mühlgraben und den Betrieb des Hammerwerkes an den Jülicher Fürsten regelt. Über alles habe ich schon auf dieser website berichtet. - Niemand in Hammer weiß genau, was man eigentlich in der Mühle früher gemacht hat. Mir liegt ein Stück (noch nicht untersuchter) Schlacke aus dem Boden neben dem Hammerwerk vor, dann die mündlich überlieferte Bezeichnung des Platzes vor dem Hammerwerk "Op de Hütt". Das deutete bisher nur darauf hin, dass hier anfangs Eisen verhüttet wurde. Also Steine mit Erzanteil (aus der Gegend) durch Holzkohle (aus der Gegend) erhitzt wurden. Flüssiges Eisen würde in Behälter laufen und erkalten. Um das weiter zu verarbeiten müsste man diese "Eisenklumpen" wieder erhitzen und z.B. durch "Hammer" des Wasserrades weiter verarbeiten, schmieden. Wie ich aber beruflich weiß, dauert es bis zu 8 Stunden bis man einen großen Eisenblock wieder rotglühend zum Schmieden bekommt. Deshalb erscheint es mir aber sinnvoller, das beim "Verhütten" entstandene rotglühende, flüssige Eisen noch während der ersten Erkaltungsphase gleich weiter zu verarbeiten. Das wäre man maschinellen Hämmer möglich: Z.B. dünnere Eisenplatten hämmern zur späteren Verwendung. Es gibt noch den geschichtlichen Hinweis, dass man 1701 aus dem Hammerwerk eine reine Getreide-Mahlmühle bis ca. 1955 machte.

Das Video aus der Tschechei liefert mögliche Erklärungen. Die beiden aktiven "Hammerwerke" dort verrichteten unterschiedliche Arbeiten: In der "Hammerschmiede" wurden die von der Welle des Wasserrades angetriebenen Hammer benutzt zum Schmieden von Teilen. Ein anderes Mal wurden die Hammer benutzt, um Wolle zu Filzplatten zu verdichten. Schließlich wurde im Hammerwerk auch Getreide gemahlen. Diese verschiedenen Tätigkeiten "eines Wasserrades" zu verschiedenen Zeiten erklärt vielleicht den einzigen Namen "Mühlengraben". Vermutlich hat es viel mehr (Getreide-) Mühlen gegeben als "Hammerwerke" mit deren Wasserräder man offensichtlich auch viele andere Tätigkeiten machen konnte. Die Hammer waren nicht fest mit der Wasserradwelle verbunden. Sie wurden durch umlaufende Nocken und / oder Hebel auf der Wasserradwelle angehoben und fielen dann durch das Eigengewicht wieder runter auf das flüssige Eisen oder Filz oder Getreide.
05.11.2012 Wird fortgesetzt



29.11.2012
Architekt Peter Thon rief mich erstmalig an, dass sie das Hammerwerk "via Internet" gekauft haben.

01.02.201
3
Danny Geisner verkauft das Hammerwerkl an Peter Thon (Architekt) und Frau Sima Rustom (Architektin) aus Düsseldorf mit Tochter Lina Thon.
Am 07.04.2013 haben wir sie erstmalig am Haus gesehen.



2013.04.07. Mutter Sima Rustom, Tochter Lina Thon und Vater Peter Thon bei ersten Besuchen ihres geschichtlichen Kleinods "Hammerwerk".



2013.10. Lina Thon "riding". Foto Sima Rustom.


2013.09.11
Zur Erinnerung: Der erste und einzige Beweis bisher, dass im "Hammerwerk" verhüttet wurde, ist die sprachliche Auskunft, dass der Platz davor im Volksmund "op de Hütt" heißt.
Günter Leisten vom Institut für Hüttenkunde der Universität RWTH Aachen brachte heute den zweiten Beweis, dass im "Hammerwerk" Erze verhüttet wurden. Das ihm von B.T. übergebene Stück aus dem Boden neben dem Hammerwerk ist "Schlacke", ein unerwünschtes Nebenprodukt bei einer Verhüttung. Unter einer Verhüttung versteht man hier die Erhitzung von eisenhaltigen Steinen / Erzen aus der Umgebung. Dabei entsteht Eisen mit Kohlenstoff entsteht glühende Schlacke, die oben draufschwimmt und andere erdige Begleitprodukte wie Kalk und Schwefel etc. enthält. Dieses Eisen ist sehr spröde. Durch Hinzufügen von z.B. Kalk durch "Einhämmern" kann man den entstandenen Stahl elastischer machen. Durch "Hämmern" kann man dann auch Gebrauchsgegenstände wie Sicheln, Sensen und Werkzeugen für die Menschen hier herstellen.
Die Schlacke wird noch chemisch untersucht werden.
Das Alter der Schlacke kann man an der RWTH Aachen nicht bestimmen. Vielleicht kann der Landschaftsverband Rheinland mit lvr-amt für Denkmalpflege im Rheinland helfen. Früher Rheinisches Amt für Denkmalpflege in der Abtei Brauweiler in Puhlheim / Köln bis 2012. info.denkmalpflege@lvr.de. Fon: 02234 98 54-0
11.09.2013 Erster erfolgloser Versuch.
12.09.2013 Neuer Versuch: Landschaftsverband Rheinland Sekretariat. Ehrenfriedstr. 19, 50259 Pulheim, Brauweiler
Schreiben an: ulrike.heckner@lvr.de Leiterin Dokumentation und Baumforscherin. Insititusleiterin Frau Dr. Pufke.


2013.10.07 Chemische Untersuchung der "Hammer-Schlacke": Es handelt sich nicht um Schlacke, sondern um einen Erzklumpen.



Ein erstaunliches Ergebnis erbrachte die chemische Untersuchung durch Ingenieur Leisten und Sachberabeiter. J.Gerards.
Auftraggeber: IEHK. Auftragsnummer: Probennummer 7484. Datum: 17.09.13

  Si
%
Ti
%
Al
%
Fe
%
Mn
%
Mg
%
Na
%
K
%
P
%
Ba
%
  Metalle in dem Hammer
%
 
  30,2 0,364 6,94 62,2 0,66 1,92 0,66 3,33 0,84 0,11      
                           
                           





2015

30.10.2015: Haus 30. Hammermühle von 1463. Herbstliches Farbenparadies. Mit neuer Hecke.

13.07.2016: Haus 30. Die Hecke vorne verdeckt schon fast die Einsicht.




Literatur Angaben zu Hammer:

Erich Charlier. Heimatkalender Landkreis Monschau 1967. Zeichnung im Winter.
Walter Gombert.
 Briefe von der Ostfront (Soldat Richard Offermann aus Hammer 1913 - 1944). Monschauer Jahrbuch. 2002. Seite 133. Alfons Graß. Der Kreuzweg der Rektoratskirche Hammer. Monschauer Jahrbuch. 1959. Seite 10.
Alfons Graß. Ein altes Hammerwerk im Rurtal (Im Ort Hammer). Monschauer Jahrbuch. 1959. Seite 104.
Alfons Graß.  Geschichte der Schule in Hammer. Monschauer Jahrbuch. 1961. Seite 94.
Alfons Graß. Das Ehrenmal in Hammer. Monschauer Jahrbuch. 1963. Seite 92.
Alfons Graß. Alte Kirche in neuem Gewand. Kirche zum hl. Bartholomäus, Hammer. Monschauer Jahrbuch. 1968. Seite 100.
Josef Löhrer. Streit um die Zugehörigkeit von Hammer zur Pfarre Dedenborn. Monschauer Jahrbuch. 1999. Seite 101.Hans Hans Steinröx. Priester aus dem Monschauer Land  (Hammer - Steckenborn - Eicherscheid). Monschauer Jahrbuch. 1980. Seite 99.
Hans Steinröx. Anfang der Orte Dedenborn, Rauchenauel, Seifenauel u. Pleußhammer-Pleushütte. Monschauer Jahrbuch. 1984. Seite 42.




Dank für Mitarbeit an dieser Seite an:

Dr. Werner Blume (Aachen).
Erich Charlier (Hammer).
Christian Didi
(Hammer).
Kurt Förster
(Eicherscheid).
Joachim Gostek (Eicherscheid).
Trude Heiler (Eicherscheid).
Günter Leisten (IEHK an der Uni RWTH Aachen).
Dr. Elmar Neuß (Münster).

Hans Röder (Eicherscheid)
Marlene Rogner (geb. Lauscher. Hammer)
Bernhard Stein
(Bibliothekar des Monschauer Geschichtsvereins)
Marc und Danny Geisner (Hammer)
Bernd Tesch (Hammer)




Organisation:

2003 Erste Recherchen von Bernd Tesch. Hervorragender Basisartikel Artikel von Kurt Förster gelesen über Hammer im Buch über Eicherscheid.
08.08.2004 Sohn Reinhold Münzenberg von Vater Reinhold Münzenberg (der das Hammerwerk umbaute). Habe mit seiner Frau Gisela Münzenberg-Wiers telefoniert.
In den 50ziger Jahren hatten Reinhold Münzenberg und Herr Goffart, Inhaber der gleichnamigen Baufirma Münzenberg & Goffart, je eine Holzbaracke gekauft. Diese standen "Am Hammerwerk" nach ca. 50 m auf linker Seite und standen ca. 10-20 m in die Wiesen. Ungefähr gegenüber Pier. Fotos von alten Holzbaracken könnten noch existieren.
16.08.2004 Telefonat mit Brigitte Schieren,Tochter von ihrem Vater Reinhold Architekt Münzenberg.
Brigitte Schieren (in 2004 68 Jahre, war also in 1969 ca. 33 Jahre). Sie hat das Mühlrad noch gesehen !! Es war aber schon stillgelegt. Ihre Tochter hat Album von Titine und Reinhold Münzenberg.
Frau Schieren wird in ihrem eigenen Album (= Schuhkarton !!) und dem ihrer Eltern noch einmal nachsehen und mich anrufen !!

29.05.2007 B.T. Hat erstmalig obere Zusammenstellung gemacht. Kein älteres Foto als von 1908 bekannt.
04.05.2005 Informationen von Joachim Gostek aus Eicherscheid.
25.10.2008 Erneut mit Münzenberg telefoniert. Soll innerhalb von 8 Tagen über Fotos informiert werden.
19.10.2006 Zusammenstellung wie oben erstmalig in dieser Ausführlichkeit.
31.10.2008 Besuch bei Dr. Werner Blume (84)
04.11.2008 Nochmalige Überarbeitung mit kleinen Korrekturen von Erich Charlier.
21.11.2008 Skizzen von Erich Charlier zugefügt.
18.10.2010 Erneute Überarbeitung.
02.01.2011 Andreas Mourad aus Köln, dessen Opa Walter Goffart war, trägt noch Daten bei.
Zülpicher Wall 14. 50674 Köln. Tel.:01777948589.
08.09.2012 Rudolf Goffahrt aus Kalterherberg hat ein Buch über die Familie Goffahrt geschrieben. Wird ca. 08.09.2012 in Kalterherberg vorgestellt.

02.01.2011 Versucht Andreas Mourad tel zu erreichen. Auf AB gesprochen.
24.04.2013 Mit Andreas M. telefoniert. Seine Verwandte, Brigitte Goffahrt (Tochter von Walter Goffahrt) hat noch viele Fotos vom Vater und Hammerwerk. Tel. 0241-61664. Hotbendenstr. in Aachen.
24.04.2013 Mutter Tel. nicht erreicht. Rudolf Goffart. Malermeister. Bergstr. 4A, 52156 Monschau-Kalterherberg. 02472 22 60. Auf AB gesprochen.
24.0.2013 Rückruf von Malermeister Rudolf Goffart: info@maler-goffart.de Schreiben Buch über 250 Jahre Goffahrt bis 08.09.2013. Falls er Fotos von Hammer findet, bekomme ich diese.
24.04.2013 Brigitte Goffart, Tochter von Walter Goffart träget einige Infos bei. Und sagt mir Fotos von Haus 25 und den Eltern zu.

Info: Resi Röder in Simmerath. Hat auch Hammerwerk gemalt.
Holzhaus. Tel. Lebensgefährte Otto Eschweiler (Hauptgeschäftsführer).
01.08.2013 Neue Literatur-Quellen zu den Eupener-Menschen von 1463, die die ersten bekannten Betreiber des Hammerwerkes waren. Übermittelt auf Nachfrage von B.T. von Prof.Dr. Alfred Minke, der die Ausstellung: 800 Jahre Eupen organisiert hatte.
R.JEUKENS, Eupener Land und Volk im Wandel der Zeiten,Aachen,1935,102,
sowie
Algemeen Rijksarchief- Archives générales du Royaume,Brüssel,Chambre des Comptes,
2443,23,28,159,214.


Für Korrekturen, Ergänzungen und Hinweise bin ich sehr dankbar.

Copyright (C) Bernd Tesch, Übernahme von Daten, Texten, Abbildungen und Texten nur nach schriftlicher Genehmigung
.



Ab 1463 Hermeshammer. Ab 1701-02 Hammermühle.

Derzeitige Eigentümer: Christian Didi (geb. 1976.03.13)



1908.01.10
 Anna Maria (geb. Müllenmeister 12.07.1875 in Belgenbacher Mühle. Gest. >1965) heiratet erst 10.01.1908 Johann Anton Fink (geb. 25.05.1880 in ??, gest. 12.07.1944 in Eicherscheid).
Anna Maria und Anton Fink waren die letzten Müller der Hammer-Mühle bis ca. 1945


Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Hammerwerk

Eisenhammer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Dort gib es ein Bild von 1556 !

(Weitergeleitet von Hammerwerk ) Wechseln zu: Navigation , Suche vergrößern Eisenhammer: Im Hintergrund sieht man den Rennherd, davor wird eine Luppe grob von Schlackeresten befreit. Ganz im Vordergrund geschieht das Ausschmieden der Luppe unter dem Hammer (Quelle: Agricola, Georgius (1556): De re metallica libri XII. - Basel.)

Ein Eisenhammer oder Hammerwerk ist ein Handwerksbetrieb zur Herstellung von Schmiedeeisen als Halbzeug und von daraus produzierten Gebrauchsgütern aus der Zeit vor der Industrialisierung . Das namensgebende Merkmal dieser Eisenhämmer war der mit Wasserkraft angetriebene Hammer . Das Anheben des Hammers übernahm eine Welle , auf der radiale Daumen befestigt waren, die das Ende des Hammerstiels ergriffen, hinunterdrückten und somit den Hammerkopf anhoben. Beim Auf- und Niederfallen bewegte sich letzterer in einer Halbkreislinie .

Die anfangs durch Wasserräder , später auch durch Dampfkraft betriebene Einrichtung setzte sich durch, als die zu bearbeitenden Werkstücke mit der Zeit immer größer wurden und nur noch schwierig von Hand zu bearbeiten waren.

Die Eisenhämmer verhütteten Eisenerz mit Holzkohle in den so genannten "Rennherden" ( Georgius Agricola 1556 , auch "Rennfeuer" oder "Rennofen": vom "Rinnen" der Schlacke; oder "Zrennherd": vom "Zerrinnen"...). In diesen Schmelzöfen, die mit ebenfalls wasserkraftbetriebenen Blasebälgen versehen waren, wurde das Erz zu einem glühenden Klumpen aus rohem Eisen , Schlacke und Kohleresten verschmolzen. Das Eisen wurde dabei allerdings nicht flüssig wie in einem Hochofen , sondern blieb ein teigiger Klumpen. Dieser Luppe genannte Klumpen wurde dann auf den Hämmern so lange ausgeschmiedet und in einem weiteren Ofen erhitzt, bis sämtliche Schlacke und Kohlenreste entfernt waren. Das Eisen konnte anschließend als Schmiedeeisen direkt weiterverwendet werden. Ein nachfolgender Vergütungsprozess wie beim Hochofenverfahren war nicht notwendig.

Weit verbreitet waren Eisenhämmer seit dem späten Mittelalter in der Oberpfalz , besonders in der Gegend der Städte Amberg und Sulzbach , im Thüringer Wald ("Lauter-" und "Niederhammer" in Suhl schon 1363 ) im Fichtelgebirge , im Erzgebirge und im Harz , sowie im Siegerland an der Sieg (heute um Siegen ). In diesen Gegenden gab es Eisenvorkommen, die mit damaligen Mitteln abzubauen waren. Dadurch erhielt z.B. die Oberpfalz auch den Beinamen Ruhrgebiet des Mittelalters .

Ortsnamen mit Namensendung -hammer sind in diesen Gegenden sehr häufig.

Typische Produkte der Eisenhämmer waren

Sie gelangten so in den Handel und die Weiterverarbeitung zu Endprodukten erfolgte meistens erst außerhalb des Entstehungsgebietes, im Thüringer Wald allerdings meist vor Ort ( Suhl und Zella-Mehlis : Waffen; Schmalkalden , Steinbach-Hallenberg : Werkzeuge).

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Weblinks

Von " http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhammer "

Kategorien : Handwerk | Hammer

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